Verein „Angehörige Drogenabhängiger“

Die Situation von Eltern und Angehörigen von KonsumentInnen illegaler Drogen hat sich in den letzten Jahren eher verschlechtert als verbessert. Ungenügende Ressourcen und ungenügende Konzepte in den Drogenberatungsstellen haben dazu geführt, dass Angehörige oft an Stellen verwiesen werden, die thematisch überfordert reagieren und sich für unzuständig erklären.
Die Situation der Angehörigen ist geprägt von einer doppelten Belastung, einerseits durch die
oft dramatisch verlaufende Drogenerkrankung, andererseits durch die Schuldzuweisungen des sozialen Umfelds bis hin zur Kriminalisierung auch der Eltern.

Aufgrund dieser Problematik sind in NÖ. mehrere Angehörigengruppen als fachlich moderierte Selbsthilfe entstanden. Im März 2004 wurde der Verein „Angehörige Drogenabhängiger“ als gemeinsame Plattform dieser Gruppen gegründet. Der Verein ist gemeinnützig, überparteilich
und überkonfessionell und sieht sich primär als Selbsthilfe-Organisation, die allerdings eng mit Fachleuten zusammenarbeitet. Betroffene Angehörige stellen die Mehrheit im Vorstand, fachlich qualifizierte ModeratorInnen (Dipl. SozialarbeiterInnen, PsychotherapeutInnen, etc.) unterstützen den Verein.

Der Verein möchte die Gesellschaft für die Bedürfnisse von Angehörigen Suchtkranker sensibilisieren und Hilfen für Süchtige fördern. Wissen und Erfahrungen zum Thema Sucht sollen verbreitet werden, Menschen in Problemlagen, die mit Suchtkrankheiten zusammenhängen werden unterstützt. Der Verein bezweckt weiters die Entkriminalisierung der Betroffenen und die Enttabuisierung des Themas.

Neben den laufenden Gruppen für Angehörige Drogenabhängiger, die von der Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung unterstützt werden, betreibt der Verein eine Telefonhotline in Zusammenarbeit mit der niederösterreichischen Landesregierung und möchte in Zukunft auch ambulante Beratung anbieten. In Zusammenarbeit mit derFachhochschule St. Pölten wird derzeit ein wissenschaftliches Projekt zur Erfassung der Situation Angehöriger Drogenabhängiger in NÖ. durchgeführt.

Die Kosten für die moderierenden Fachkräfte der Angehörigengruppen werden zu 50% von der Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung getragen.